Kleine Tauben als Zeichen für Solidarität und Wertschätzung

Seit dem 10. Juni schmücken 250 kleine Papier-Tauben unser Foyer. Die sehen hübsch aus und machen unser Schulhaus bunter, doch was hat es mit den kleinen Tauben auf sich?

Die Görlitzer Künstlerin Ester Michaelis fertigte im Verlauf von zwei Jahren in Handarbeit 5000 Tauben für die Ostritzer Friedensfestinitiative an, die als Symbol für Frieden und Freiheit stehen.
Im Rahmen des am 13.06.2020 stattfindenden Ostritzer Friedensfestes, welches aufgrund der Corona-Regelungen nur in kleinem Format stattfindet, werden die Tauben an Menschen verteilt, die sich mit ihrem Handeln für ein solidarisches und wertschätzendes Miteinander einsetzen. Wir als Schulgemeinschaft begrüßen das natürlich und möchten mit den Tauben in unserem Foyer ein Zeichen setzten.
Auf der Internetseite des Ostritzer Friedensfestes werden Fotos der Beschenkten mit ihren Tauben veröffentlicht.

Danke an Klasse 5-2 und Frau Kühn für das Anbringen der kleinen Flieger.

 

Frieden – was ist das für mich?

Vincent (10-1):


"Ich denke, dass Frieden nicht nur ein einfaches Wort ist, keine Sache die man so einfach erlangt. Jeder Mensch verbindet andere Sachen/Gefühle mit Frieden. Ohne dass man mit sich selbst zufrieden ist, kann man meiner Meinung nach auch keinen Frieden ausbreiten. Ehe man also in die Welt geht und versucht andere Leute glücklich zu machen, ihnen Frieden zu bringen, sollte man erst einmal auf sich selbst schauen und überlegen, ob man mit sich selbst überhaupt im Reinen ist. Manchmal merke ich es auch bei mir, ich möchte super gern anderen Menschen zur Seite stehen und merke viel zu spät, dass ich das gar nicht richtig kann, weil ich nicht mal für mich selbst weiß was richtig oder falsch ist. Ich möchte Streitigkeiten aus der Welt bringen und alte Freunde wieder zusammenbringen, obwohl ich mich eigentlich erstmal um mich und Beziehungen von mir zu anderen Menschen kümmern sollte, die vielleicht über die Jahre in Vergessenheit geraten sind. Frieden sollte wahrscheinlich auch für mich auch erst einmal Nachdenken und nicht gleich Handeln sein, manchmal auch einfach andere Leute (aus)reden lassen und nicht immer meinen Willen durchbringen müssen. ... Frieden entsteht überall dort, wo viele verschiedene Kulturen friedlich zusammenleben können, wo jeder so akzeptiert wird, wie er ist, egal welche Hautfarbe er besitzt, welcher Religion er angehört oder was seine sexuelle Ausrichtig ist und auch wo man sich füreinander Zeit nimmt und einander vertraut.
Humor bereichert jede noch so kleine Gemeinschaft und bringt Fremde, Menschen jeder Herkunft, zusammen. Durch den humorvollen Umgang miteinander werden Mauern überschritten und man kann sich besser kennenlernen. Doch manchmal ist es auch wichtig Mauern bzw. Grenzen des Gegenübers einzusehen und sozusagen den Frieden zu wahren. Kompromisse einzugehen scheint oft schwierig, doch ist fast immer das beste Mittel, damit es zu keiner körperlichen oder verbalen Auseinandersetzung kommt.

Wie man bestimmt schon gemerkt hat, ist Frieden für mich sehr wertvoll und jeder sollte, wo es ihm möglich ist, versuchen mit dem, was er hat glücklich und vor allem zufrieden mit sich selbst sein. Denn so können Schritt für Schritt die Schlüssel für den Frieden gefunden und die Welt zu einem besseren Ort gemacht werden."

 

Esther (10-1) schreibt bezugnehmend zu Ihrer Zeichnung:

„Für jedes Individuum ist es erst einmal am Wichtigsten, dass Frieden herrscht und man sich selbst liebt.
Wenn jeder mit sich selbst im Reinen ist, dann kann man auch Frieden schließen, wodurch ebenfalls der komplette Weltfrieden möglich sein könnte. Der Frieden des Individuums steht im Zentrum meiner Darstellung (siehe Foto Zeichnung > die meditierende Person<). Es ist gut und wichtig, dass Frieden so vielseitig ist. … Frieden ist für jeden Einzelnen ganz individuell."